Aktivierung und Einsatz von EMS unter Windows Server 2003

Autor: Siegfried Seifert, MCSEboard.de


Mit Windows Server 2003 hat Microsoft die „Notverwaltungsdienste“ (Emergency Management Services) eingeführt. Damit lässt sich der Windows Server selbst dann remote administrieren, wenn das Betriebssystem nicht mehr über die Standard-Netzwerkschnittstelle zu erreichen ist. Das kann z. B. der Fall sein, wenn ein Treiber nicht richtig funktioniert oder ein Systemdienst nicht vollständig initialisiert wurde.

Für dieses Out-of-Band – Management werden in der Regel Hardwaresysteme mit integrierten Service-Prozessoren verwendet. Insbesondere bei sogenannten „Headless“-Servern, die ohne Tastatur, Maus und Grafikkarte/Monitor in einem Rechenzentrum laufen.

Die hier vorgestellte Windows-eigene Lösung bietet längst nicht den Funktionsumfang wie Systeme mit Service-Prozessoren, dafür funktioniert EMS mit jeder Standard x86-Hardware. Als zusätzliche Hardware wird lediglich ein handelsübliches Null-Modemkabel für die Verbindungs zwischen dem Windows Server 2003 und dem verwaltenden System benötigt.

Szenario

Die folgende Grafik zeigt, wie EMS mit Windows Server 2003 in einem Serverraum/Rechenzentrum eingesetzt werden kann. Für die Administration über das Internet sollte selbstverständlich ein sicherer Zugriff mittels SSH oder VPN erfolgen.

Abb. 1: EMS-Szenario

Das Ziel

Einrichtung einer kostengünstigen Out-of-Band – Managementlösung für Remote-Systeme mit Windows Server 2003.

Vorraussetzungen

Zu verwaltendes System:

Funktionsfähige Windows Server 2003-Installation
Funktionfähige RS 232-Schnittstelle (COM-Port)
optional: zusätzliche Windows-Software

Verwaltendes System:

Funktionsfähige Windows-Installation
Funktionfähige RS 232-Schnittstelle (COM-Port)
Terminalemulation mit UTF-8 Support (mindestens jedoch VT100-Support), UTF-8 unterstützt  Sonderzeichen

Zusätzliche Hardware: handelsübliches Null-Modemkabel

Hinweis: Für das verwaltende System kann im Grunde jedes beliebige Betriebssystem (Windows, Linux, xBSD, MacOS usw.) verwendet werden, dass die RS 232-Schnittstelle unterstützt und auf dem eine Terminalemulation mit Support für UTF-8 oder VT100 läuft.