Aktivierung und Einsatz von EMS unter Windows Server 2003Teil 2 – Terminalemulation einrichten

Teil 1 – Aktivierung der Emergency Management Services EMS

Autor: Siegfried Seifert, MCSEboard.de

Überprüfen Sie zunächst, ob auf dem zu verwaltenden System ein freier COM-Port zu Verfügung steht. Im Zweifelsfalle konsultieren Sie bitte das Handbuch des Rechners.
Die Notverwaltungsdienste EMS sind standardmäßig in jeder Installation von Windows Server 2003 enthalten, sie müssen lediglich aktiviert werden. Dazu wird die Datei „boot.ini“ auf dem zu verwaltenden Server angepasst. Eingetragen wird dort die serielle Schnittstelle, die zur Konsolenumleitung verwendet werden soll und die Übertragungsgeschwindigkeit.

Das perfekte Werkzeug zum Bearbeiten der "boot.ini" ist das Windows Kommando-Tool "bootcfg.exe".

Hinweis: Für die folgenden Schritte benötigen Sie administrative Rechte.

1) Öffnen Sie die Eingabeaufforderung über "Start > Ausführen > cmd" [Enter]
2) Geben Sie die folgenden beiden Befehle ein und bestätigen Sie jeweils mit [Enter]:

BOOTCFG /COPY /D "Windows Server 2003 – Notverwaltung" /ID 1  [Enter]
BOOTCFG /EMS ON /PORT COM1 /BAUD 115200 /ID 3   [Enter]

Wenn Sie für die Umleitung statt COM1 lieber COM2 verwenden wollen, ändern Sie den 2. Befehl entsprechend ab. Wenn in der Eingabeaufforderung keine Fehlermeldung erscheint, ist die Sache damit erledigt. Schauen wir uns das Ergebnis im Detail an.

Zu finden ist die "boot.ini" direkt im Stammverzeichnis C:\ als versteckte und schreibgeschützte Systemdatei. Geben Sie in der Eingabeaufforderung ein: type C:\boot.ini  [Enter] und der Inhalt wird angezeigt. Die gerade vorgenommenen Erweiterungen sind im folgenden Beispiel fett geschrieben.

//--------------------
[boot loader]
timeout=30
default=multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS
redirect=COM1
redirectbaudrate=115200

[operating systems]
multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS="Windows Server 2003 Enterprise" /noexecute=optout /fastdetect
C:\CMDCONS\BOOTSECT.DAT="Microsoft Windows-Wiederherstellungskonsole" /cmdcons
multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS="Windows Server 2003 - Notverwaltung" /noexecute=optout /fastdetect /redirect
--------------------//

Der 1. BOOTCFG-Befehl hat eine Kopie des ersten Eintrages (ID 1) unter [operating systems] angelegt und diesen unbenannt in "Windows Server 2003 – Notverwaltung". Wie Sie den Eintrag nennen, bleibt ganz Ihnen überlassen – es sollte nur eindeutig sein.

Der 2. BOOTCFG-Befehl hat mit redirect=COM1 festgelegt, über welche Schnittstelle die Umleitung erfolgt und wie hoch die Übertragungsgeschwindigkeit ist: redirectbaudrate=115200
Zudem wurde die Option /redirect angehängt, damit ist die Konsolenumleitung für diesen Eintrag festgelegt. Im Grunde hätte es auch gereicht, die Option /redirect an der ersten Starteintrag anzuhängen. Dann würde EMS aber bei jedem Systemstart mitgeladen, auch wenn es nicht benötigt wird. So können Sie bei Bedarf wählen.

SPCR

Wenn das BIOS des Serverrechners über eine "Serial Port Console Redirection"-Tabelle (SPCR) verfügt, wird dies vom Betriebssystem automatisch erkannt und die darin enthaltenen Werte für die Umleitung übernommen.
Ob dieses Feature enthalten ist und wie die Tabelle eingestellt wird, entnehmen Sie bitte dem Handbuch des Rechners.

Die Konfiguration des zu verwaltenden Serversystems ist damit grundsätzlich komplett. Die optionale Installation weiterer Software auf dem Server wird in Teil 5 – Die Windows PowerShell beschrieben.

 

© MCSEboard.de, Siegfried Seifert

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