Teil 1 - InstallationAcronis True Image: Grundlagen zum Backup & RecoverTeil 3 - Notfall-Medien erstellen

Teil 2 - Sichern mittels Acronis & Wiederherstellen

Autor: Alexander Schnitter, MCSEboard.de

Sichern mittels Acronis

Nun geht es an die erste Sicherung. Es gibt verschiedene Methoden, wie man sichern kann. Diese unterscheiden sich in einmaligen und regelmäßigen Sicherungen, in „Dateien und Ordner sichern“ sowie „Vollständige Festplatteninhalte und ausgewählte Partitionen“. Solange nur einzelne Dateien bzw. Ordner gesichert werden sollen, reicht „Dateien und Ordner sichern“. Damit kann ein ausgefallener Server allerdings nicht wiederhergestellt werden. Diese Option eignet sich z. B. für Fileserver, wo nur ein bestimmter Ordner die „wichtigen Dateien“ enthält.

Wird „Vollständige Festplatteninhalte und ausgewählte Partitionen“ gewählt, so werden ausgewählte Partitionen vollständig gesichert. Diese Sicherung ist normalerweise recht groß, allerdings kann damit ein ausgefallener Server sehr leicht wiederhergestellt werden. Natürlich können bei Auswahl von „Vollständige Festplatteninhalte und ausgewählte Partitionen“ auch einzelne Dateien/Ordner zurückgespielt werden!
Hier beschäftige ich mich vorwiegend mit dem Thema „Vollständige Festplatteninhalte und ausgewählte Partitionen“. Das meiste was hier aufgeführt wird, lässt sich aber 1:1 auf eine „Dateien und Ordner“ Sicherung übertragen.

Erstellen einer einmalige Sicherung.

  • Acronis True Image starten
  • Im Auswahlfenster „Backup“ wählen
  • Vollständige Festplatteninhalte oder ausgewählte Partitionen
  • Die zu sichernden Partitionen auswählen (Im Normalfall sollten alle Partitionen ausgewählt werden, damit eine 100% konsistente Wiederherstellung garantiert ist.
  • Die Zieldatei angeben: Sollte verständlicherweise auf einem externen Medium, bzw. besser im Netzwerk abgelegt werden!
  • Erstelle ein neues vollständiges Backup
  • Die Optionen wollen wir manuell verändern, die meiner Meinung nach wichtigen Optionen sind:
    • Komprimierungsrate
      • Ein sinnvoller Kompromiss zwischen Größe und Backupdauer ist die Rate: Normal. Bei den Heutigen Festplattengrößen sollte es eigentlich keine Rolle spielen. Daher würde ich eher die Backup-Zeit verkürzen, und 2-3 GB mehr in kauf nehmen.
    • Die E-Mail Benachrichtigung
      • Unter Benachrichtigung, E-Mail
      • E-Mail: An wen soll geschickt werden?
      • Den Postausgangsserver angeben
      • Normalerweise Port 25
      • Wichtig! Benachrichtigung über:
        • Erfolg anhaken
        • Fehler anhaken
        • Benutzereingriff anhaken
        • Protokoll senden anhaken
    • Denn sonst wird keine E-Mail verschickt und eine Testmail wollen wir noch senden. Sollte diese ankommen stimmen die eingestellten Angaben.
    • Das Windows Ereignisprotokoll
      • Ereignisverfolgung, Windows Ereignisprotokoll
      • Meldungen speichern
        • Alle Ereignisse
    • Unter Erweiterte Einstellungen:
      • Backup prüfen, um sicher zu sein, das das Backup auf verwendet werden kann.
    • Bei Bedarf kann das Archiv auch aufgeteilt werden, um es z. B. auf DVD o. ä. zu sichern.
    • Die restlichen Einstellungen können so übernommen werden.
  • Nun bitte eine aussagekräftige Beschreibung eingeben, damit das Image später identifiziert werden kann.
    • Fertigstellen. Das Backup startet. Nach Beendigung die E-Mail -Benachrichtigung sowie die Ereignisanzeige prüfen!

Rotationsjob einstellen
Nun wollen wir ja nicht jede Sicherung manuell starten, daher erstellen wir einen Rotationsjob.

  • Im Menüpunkt Aktion
  • Task planen
  • Eine Vollsicherung
  • Einstellungen siehe „Einmalige Sicherung“
  • Startzeitpunkt
    • Wöchentlich, Sonntags um 20 Uhr
  • Die Berechtigungen eingeben, unter welchem Konto der Task ausgeführt werden soll (ein „nomaler“ Benutzer reicht nicht, hier müssen es Adminrechte sein!)
  • Der Task wird nun in den Job-Planer gelegt und zu der angegebenen Zeit ausgeführt.
  • Dabei wieder:
    • E-Mail Benachrichtigung prüfen
    • Bei Erfolgreicher Sicherung sollte das erste Backup separat geprüft werden, daher Acronis starten
      • Archiv Prüfen auswählen und das erstellte Archiv prüfen lassen!

Da manche Server aber relativ groß sind, ist es nicht praktikabel, jeden Tag eine Vollsicherung zu machen. Daher erstellen wir nun einen Rotationsjob, welcher einmal die Woche voll sichert, und die restlichen Tage inkrementell. Dieser Job basiert auf dem gerade eingerichteten Rotationsjob!

  • Einen neuen Task erstellen
    • Quelle wie in dem ersten Task angegeben auswählen
    • Als Ziel die Datei des ersten Tasks angeben (Die Warnung das die Datei schon existiert kann ignoriert werden)
    • „Ein Inkrementelles Backup erstellen, sofern möglich“ auswählen
    • Optionen sollten wie bei „Erstellen einer einmalige Sicherung“ angegeben eingestellt werden.
    • Zeitplanung
      • Wöchentlich
      • Alle Tage auswählen, bis auf den Tag der Vollsicherung (hier also Mo-Sa)
  • Die Vollsicherung erstellt ein Archiv, die Inkrementelle Sicherung prüft dieses Archiv und erstellt täglich eine neue Datei mit dem Inkrementellen Backup. Die nächste Vollsicherung überschreibt die erste Vollsicherung. Der Inkrementelle Task merkt dies und überschreibt die bisher gemachten Inkrementellen Sicherungen.
  • Evtl. ist zu überlegen, ob man per Batch die Sicherungen wöchentlich in einen separaten Ordner schiebt!

Wiederherstellen

Hier ist etwas Vorsicht geboten, man muss das Wiederherstellen einige male geübt haben um zu wissen was man tut. Ich habe z. B. bei meiner ersten Wiederherstellung die USB-HDD überschrieben, welche am Server hing. Auch zu beachten ist, dass man die Partitionen richtig auswählt.
Wenn die Partitionsgröße gleich bleiben soll: Einfach alle Partitionen zusammen auswählen! Wenn einzelne Partitionen verkleinert oder vergrößert werden sollen, sollte man jede Partition einzeln zum Wiederherstellen markieren. Dabei wird nachgefragt ob die angegeben Partition Ihre Größe beibehalten, oder ob sie angepasst werden soll.
Das ganze Szenario MUSS, am besten bevor der Server in Echtbetrieb genommen wird, einige Male durchgespielt werden. Sollte ein existierender Server nachträglich gesichert werden, sollte man auf jeden Fall auf einem ähnlichen System einige Tests durchführen! Denn wie bei allen Backuplösungen kann man nicht garantieren, dass das Backup funktioniert, solange man es nicht getestet und die entsprechende Übung hat.

Für die Wiederherstellung eines Backups müssen einige Vorbereitungen getroffen werden.

Vorbereitungen

  • Ein Bootfähiges Notfall Medium mit Netzwerkunterstützung (siehe Notfallmedium erstellen)
    • Notfall CD oder
    • Bart-PE
  • Ein DHCP Server im Netz erleichtert die NetzwerkkonfigurationXXX
  • Ein vollständiges, überprüftes Backup-Archiv
    • Idealerweise liegend auf einem Netzwerklaufwerk
  • Am wiederherzustellenden Server
    • USB Geräte vom Server entfernen! (Wird zwar von Acronis unterstützt, jedoch habe ich einige Probleme mit USB-HDDs erlebt, sodass ich immer dazu rate, das Image auf einem Netzlaufwerk abzulegen!)
    • CD-ROM als 1. Bootdevice
  • Bei Domänen PCs:
    DisablePasswordChange:
    Sollte der PC gesichert werden, und zwischen der Sicherung und dem Zurückspielen der Sicherung ändert sich das Kennwort des Computerkontos des PCs (standardmäßig alle 30 Tage), kann sich dieser PC nicht mehr an der Domäne anmelden. Er muss (Stand 04/2007) aus der Domäne rausgenommen und neu aufgenommen werden. Bei normalen PCs kein Problem, jedoch lassen sich Zertifikatsserver, Exchange und einige andere nicht ohne weiteres aus der Domäne entfernen.
    Um zu verhindern dass sich der Computer ein neues Computerkennwort holt, gibt es auf dem Client unter
    HKLM\System\CurrentControlSet\Services\Netlogon\Parameters den Wert DisablePasswordChange
    Dieser muss auf 1 gesetzt werden.

    Bei dieser Einstellung ist aber Vorsicht geboten, da es eine Sicherheitslücke darstellt und ausgenutzt werden kann!

© MCSEboard.de, Alexander Schnitter

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