Teil 1 - Neuerungen und BesonderheitenSicherung eines 2008 Domänen Controller mit Windows Server SicherungTeil 2 - Sicherung mit der Kommandozeile: wbadmin.exe

Teil 2 - Sicherung mit der GUI

Autor: Claus Greck [MVP], MCSEboard.de

 

Eine Möglichkeit, den Server zu sichern, nachdem man das Sicherungsfeature installiert hat, ist mittels der grafischen Oberfläche (GUI) im Verwaltungsmenü.  Wegen der fehlenden Grafik steht die GUI auf Server 2008 Core nicht zur Verfügung. Hier kann nur aus der Kommandozeile gesichert werden (aber nicht mit Power Shell)

Die GUI bietet die Möglichkeit, einfach einzurichtende zeitgesteuerte Sicherungen oder Einmalsicherungen durchzuführen. Allerdings kann die Sicherung über die GUI nur ganze Laufwerke und nicht den Systemstatus separat sichern.
Nach Aufruf der GUI muss  man sich entscheiden, ob man eine zeitgesteuerte Sicherung oder eine Einmalsicherung durchführen möchte.

Zeitgesteuerte Sicherung

Bei der zeitgesteuerten Sicherung wählt man aus, ob man den kompletten Server mit allen Volumes sichern, oder bestimmte Volumes von der Sicherung ausschließen möchte. Auch wenn es auf den ersten Blick die Auswahlkästchen optisch nahelegen, die kritischen Volumes können nicht aus der Sicherung ausgeschlossen werden. (Abb. 1)

Abb. 1

Im Sicherungszeitplan ist eine tägliche Sicherung mit Halbstunden-Schritten einstellbar. Alternativ kann man eine Sicherung auswählen, die mehrmals am Tag läuft, wobei beliebige Zeitpunkte auf eine halbe Stunde genau angegeben werden können. (Abb. 2)

Abb. 2

Als Sicherungsziel kann bei der zeitgesteuerten Sicherung kein Netzlaufwerk ausgewählt werden, weder als UNC-Pfad noch als gemapptes Laufwerk. Sicherungsziel muss ein lokaler Datenträger sein, keine Partition (Abb. 3). Dieser Datenträger kann kein dynamischer Datenträger sein.

Abb. 3

Enthält das Volume bereits eine Sicherung dieses Servers, werden automatisch inkrementelle Sicherungen durchgeführt. Dabei werden über den Volume Shadow Copy Service (VSS) mittels Snapshots nur die geänderten Blöcke gesichert, was äußerst performant und auch platzsparend ist. Die Sicherung verwaltet den Sicherungsdatenträger exklusiv, darum erscheint er nicht im Explorer. Das System verwaltet auch den freien Platz auf dem Sicherungsdatenträger selber. Wenn kein Platz mehr zur Verfügung steht, werden ältere Incrementals automatisch gelöscht.

Die inkrementellen Sicherungen auf dem Zieldatenträger sind jedoch keine klassischen inkrementellen Dateien, wie man sie von den Sicherungen früherer Betriebssysteme kennt, sondern vielmehr wird nach der Sicherung auch ein Snapshot des Zieldatenträgers gemacht und dann die später hinzukommenden geänderten Sicherungsdaten als Snapshots des Zieldatenträgers gespeichert. Man hat also nur eine VHD-Datei als Sicherung und die Snapshots der vorhergehenden VHD-Dateien. Die Wiederherstellung kann daher in einem Zug erfolgen, nicht wie früher 'Medium der Vollsicherung' -> 'inkrementelles Medium' ->' inkrementelles Medium', usw., und dennoch können auch verschiedene ältere Sicherungsstände wiederhergestellt werden.

Einmalsicherung

Bei der Auswahl der Einmalsicherung gibt es einen markanten Unterschied zur zeitgesteuerten Sicherung:  Man hat bei der Einmalsicherung die Möglichkeit, auf ein Netzlaufwerk zu sichern (Abb.4)

Abb. 4

Allerdings ist es nicht möglich inkrementell auf ein Netzlaufwerk zu sichern! Es kann immer nur ein vollständiges Backup eines Volume auf ein Netzlaufwerk durchgeführt werden.

Zusätzliche Optionen bei der Sicherung über die MMC

Bei der Sicherung über die grafische Oberfläche gibt es einen weiteren Menüpunkt, nämlich die "Leistungsoptionen konfigurieren" (Abb.5)

Abb. 5

Die Sicherung erstellt bei jeder ersten Voll-Sicherung eines Volume mit Hilfe des Volume Shadow Copy Service (VSS) zuerst eine Snapshot des zu sichernden Laufwerks und sichert dann das Volume Block für Block in eine VHD-Datei. Automatisch werden bei nachfolgenden Sicherungen mit Hilfe des VSS nur die geänderten Blöcke gesichert, was aber für zusätzliche Schreiboptionen auf dem zu sichernden Datenträger führt. Wenn aus Performancegründen, z.B. bei stark belasteten Datenträgern, diese zusätzlichen Schreiboperationen vermieden werden sollen, dann sollte man den ersten Punkt in den Optionen "Immer vollständige Sicherung durchführen" auswählen. Der dritte Auswahlpunkt gestattet es, diese Auswahl für die verschiedenen zu sichernden Laufwerke unterschiedlich zu festzulegen.

 

© MCSEboard.de, Claus Greck [MVP]

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