Teil 2 – Terminalemulation einrichtenAktivierung und Einsatz von EMS unter Windows Server 2003Teil 4 – CMD und Kanäle

Teil 3 – Die Special Administration Console SAC

Autor: Siegfried Seifert, MCSEboard.de

Verbindungstest

Verbinden Sie mit dem Null-Modemkabel die COM-Ports der beiden Rechner, öffnen in Le Putty die gespeicherte Terminal-Session und starten den Server neu. Wenn alles richtig funktioniert, sollten Sie kurz darauf diese Terminal-Ausgabe sehen:

Abb. 4

Hinweis: Wenn der Server hochfährt, ohne dass Sie eine Meldung im Terminalfenster sehen, überprüfen Sie, ob die richtigen COM-Ports miteinander verbunden wurden.

Sie haben nun remote Zugriff auf das Startmenü von Windows Server 2003. Wenn Sie den 1. oder 2. Eintrag auswählen und mit [ ENTER ] bestätigen, startet der Server durch, doch Sie werden im Terminal keine weitere Meldung sehen, da sie nicht auf die Konsole umgeleitet werden. Das Fenster friert praktisch ein.

Tipp: Bei Serversystemen mit entsprechender Hardwareausstattung (Serviceprozessoren) wird auch die Wiederherstellungskonsole über den COM-Port umgeleitet und steht remote zur Verfügung.
Für diese Teststellung ist mir kein Weg bekannt, die Wiederherstellungskonsole über die Standard x86-Hardware umzuleiten. Sollte ein Leser dafür einen funktionierenden Workaround kennen, werde ich dieses HowTo gerne aktualisieren und erweitern.

Um die erweiterten Windows-Startoption aufzurufen, verwenden Sie statt F8 (was nicht funktioniert) die Tastenkombinationen "ESC + 8" oder "ALT + %".

Abb. 5

EMS kann keine grafischen Informationen umleiten, daher scheinen einige Optionen wie "Abgesicherter Modus" oder "VGA-Modus aktivieren" zunächst nicht sehr hilfreich. Sie bieten aber die Möglichkeit, mit Standardmitteln das System zu reparieren, bevor es auf der Textkonsole mit den SAC oder !SAC-Befehlen ans Eingemachte geht.

SAC und !SAC

Wenn Sie im Startmenü den 3. Eintrag auswählen, startet der Server mit aktivierten "Emergency Management Services" durch. Im Terminalfenster erscheinen daraufhin einige Startmeldungen von Windows, die mit folgendem Bildschirm enden:

Abb. 6

Wenn Sie die oben stehenden Textausgaben sehen, ist der Server bis zum Anmeldedialog durchgestartet, wo Sie sich im Normalfall lokal mit "Strg + Alt + Entf" sowie Ihren Zugangsdaten (Userkennung + Passwort) anmelden können.

Das Prompt SAC> zeigt Ihnen an, dass die "Special Administration Console" geladen und einsatzbereit ist. Hier können Sie nun mit einem Satz an Befehlen die Netzwerkeinstellungen des System bearbeiten, Informationen zu einzelnen Prozessen abfragen und diese Werte auch verändern.

Die folgende Grafik zeigt z. B. die Ausgabe des Kernelprotokolls, abgerufen durch den SAC-Befehl: D [Enter]

Abb. 7

Wenn es sein muss, können Sie über den Befehl crashdump den Server sogar gezielt abstürzen lassen, um zu Diagnosezwecken das Erzeugen eines Speicherabbildes zu erzwingen.

Hinweis: Eine Liste mit allen SAC-Befehlen ist im Anhang zu finden.

Wenn die Serverinstallation so schwer beschädigt wurde, dass sogar die SAC-Konsole nicht korrekt initialisiert werden konnte, wird vom System automatisch !SAC geladen.

Die !Special Administration Console stellt eine Untermenge der SAC-Befehle zur Verfügung. Eine umfangreiche Reparatur des System wird damit allerdings schwierig und man sollte einen Einsatz lokal am Server in Betracht ziehen.
Ein Liste mit allen !SAC-Befehlen ist ebenfalls im Anhang zu finden.

 

© MCSEboard.de, Siegfried Seifert

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