Windows als Druckserver mit dem Internet Printing Protocol

Autor: Markus Kafurke, MCSEboard.de

Durch die zunehmende Verbreitung von netzwerkfähigen Druckern sowie kleinen Printservern wird eine übersichtliche Druckerstruktur immer mehr erschwert. Außerdem fehlen einfache Mittel, um den Administrationsaufwand gering zu halten. Es gibt zwar Herstellerspezifische Druckmanagementtools, die aber leider nur sehr selten mit Fremdherstellergeräten harmonieren. Wenn in einem Unternehmen sowieso schon Windows-Server vorhanden sind, liegt es nahe, eine zentralisierte Druckerverwaltung über Windows Server aufzuziehen. Idealerweise mit einfacher Bedienungsoberfläche, also warum nicht gleich als "Internet-Druckserver"?

Das vom IIS bereitgestellte Webinterface ermöglicht es dem Administrator, ohne Turnschuhadministration Druckaufträge zu löschen, sowie weitere kleine Schnelleingriffe durchzuführen. Wird diese Webseite nicht lokal am Server aufgerufen, findet man im Menü der einzelnen Drucker der Link "Verbindung herstellen". Ein Klick auf den Link installiert den Drucker dann im lokalen System als Netzwerk-Drucker. Evtl. erforderliche Treiber werden vom IPP-Server an den Client übertragen.

Ein Nachteil darf von mir nicht verschwiegen werden: Windows NT Maschinen sind mit Boardmitteln nicht in der Lage, sich über IPP mit einem Druckserver zu verbinden. Da aber sowieso eine Freigabe via RPC/SMB erzeugt wird, bleibt dieser Weg auch für NT-Maschinen weiterhin offen.

Internet Printing Protocol (IPP)
IPP ist ein Anwendungsprotokoll, das seine Befehle mittels HTTP 1.1 versendet. Im Gegensatz zu WebDAV definiert IPP keine neuen HTTP-Header und –Methoden, und benötigt daher keinen schreibenden Zugriff auf den Webserver. Es versendet seine Befehle und Daten mit einer Binärkodierung in HTTP-POST-Anfragen.

Firmen wie Adobe, Xerox, Lexmark und HP waren bei der Entwicklung nicht unbeteiligt und haben das Protokoll teilweise in eigene Produkte integriert.
Die IPP-Spezifikation ist an das Druckmodell "Document Printing Application" (DPA, ISO 10175) angelehnt und in den RFCs 2910, 2911, 3196 und 3510 als Standard genauer beschrieben. Dort ist unter anderem vorgeschlagen, dass ein IPP-Server am Port 631 auf Anfragen warten sollte. Das Unix-Drucksystem CUPS hält sich hier an die RFCs. Der IIS dagegen nutzt den HTTP-Port 80 beziehungsweise 443 bei SSL-Verbindungen. Selbst in der aktuellen Ausgabe 6.0, die im Windows Server 2003 enthalten ist, implementiert der Internet Information Server nur die ursprüngliche Version 1.0 der IPP-Spezifikation (Steht noch auf „experimentell“, RFCs 2565 bis 2569, 2639)

Internet Information Server (IIS)
Der IIS ist eine Systemkomponente der Microsoft Windows Familie. Auf Clientbetriebssystemen kennt man ihn auch in der Urversion noch als „Peer Web Services“ (NT), ab Windows 2000 heißt er dann auch bei den Clients IIS.